Das Versprechen "Nie wieder gießen" ist fast wahr – aber eben nur fast. Die Pflege eines Flaschengartens besteht zu 90% aus Beobachtung und zu 10% aus Handeln. Die kritischste Phase sind die ersten 4 Wochen nach dem Anlegen. Hier muss sich das "Einpendeln" des Klimas entscheiden.
Das Kondenswasser lesen lernen Dein Glas spricht mit dir. Du musst nur lernen, die Zeichen zu deuten:
Morgens beschlagen, tagsüber klar: Perfekter Zustand. Der Kreislauf funktioniert.
Ganztägig beschlagen / Wasser läuft in großen Tropfen herab: Zu nass! Schimmelgefahr. Öffne das Glas für 12 Stunden. Wiederhole das, bis sich Zustand 1 einstellt.
Gar kein Beschlag (auch morgens nicht): Zu trocken. Die Pflanzen könnten vertrocknen. Gib 2-3 Sprühstöße Wasser hinzu.
Rückschnitt und Reinigung Auch in einem langsamen Ökosystem wachsen Pflanzen.
Die Schere: Wenn ein Blatt das Glas berührt, schneide es ab. Kontaktstellen zum Glas gammeln schnell, da sich dort Wasser sammelt. Wenn die Fittonia zu hoch wird, kappe die Spitzen (du kannst die Spitzen einfach wieder in die Erde stecken, sie wurzeln neu!).
Das Glas: Mit der Zeit kann das Glas von innen leicht veralgen oder Kalkflecken bekommen. Nutze einen Magnet-Scheibenreiniger (aus der Aquaristik) oder ein Stück Küchenrolle an einer langen Pinzette, um die Sichtscheibe zu polieren.
Langzeit-Pflege Nach ca. 1 Jahr kann es sein, dass die Erde etwas absackt oder Nährstoffe verbraucht sind. Da im geschlossenen System keine Blätter verrotten (man soll sie ja entfernen), fehlen Nährstoffe. Ein einziger Sprühstoß stark verdünnter Orchideen-Dünger pro Jahr reicht völlig aus.